Die Ortsplanung RAUM BRUGG WINDISCH

 
 

Ein gemeinsames Projekt von Brugg und Windisch

 

Rosi Magon und Barbara Horlacher


Ziel der Ortsplanungsrevision ist, den RAUM BRUGG WINDISCH zu stärken und zukunftsfähig weiterzuentwickeln − als Wohnort mit hoher Lebensqualität, als Wirtschaftsstandort im Kanton Aargau und im Metropolitanraum Zürich sowie als regionales Kultur- und Bildungszentrum.

Planung im funktionalen Raum
Der RAUM BRUGG WINDISCH ist ein attraktiver Wohn-, Arbeits- und Bildungsstandort. In steigendem Mass übernehmen Brugg und Windisch die Zentrumsfunktionen für diesen Raum und die ganze Region − und gleichzeitig auch die entsprechenden Zentrumslasten. Da Siedlungsdruck und Verkehrsbelastung nicht an Gemeindegrenzen Halt machen, haben sich Brugg und Windisch 2011 zu einem beispielhaften Schritt entschieden: Sie gehen die Ortsplanungsrevision gemeinsam an. Sie trägt den Namen RAUM BRUGG WINDISCH und umfasst zwei Phasen. In der 1. Phase, von 2012−2015, entstand das Räumliche Entwicklungsleitbild (RELB), in der 2. Phase wurden auf Grundlage des RELB drei Planungsinstrumente erarbeitet: die Revision der Nutzungsplanung (NuPla), der Kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV) sowie das Natur- und Landschaftsentwicklungskonzept (NLEK).
In seinen Vorprüfungsberichten zur Nutzungsplanung vom November 2017 würdigt der Kanton den Planungsprozess: «Die gemeinsame Planung, die Prozessführung und -steuerung, die sehr breite Partizipation und Kommunikation können als Pionierleistung im Kanton Aargau bezeichnet werden.»

Planen im Dialog
Die Planungsinstrumente beider Phasen entstanden unter intensivem Einbezug der Bevölkerung. Die Erarbeitung des RELB wurde begleitet von der breit aufgestellten, vierzigköpfigen Echogruppe. In drei Foren brachten je 120 Interessierte ihre Inputs ein, und auch die öffentliche Vernehmlassung wurde intensiv genutzt, so dass ein umfassendes, breit abgestütztes Leitbild entstand. Die anschliessende Erarbeitung von NuPla, KGV und NLEK erfolgte unter Einbezug der Begleitgruppen, in denen Einwohnerräte, Kommissionen und Fachexperten beider Gemeinden vertreten waren. NuPla, KGV und NLEK wurden der öffentlichen Mitwirkung unterzogen; die NuPla ist öffentlich aufgelegt worden.

Eine umfassende Gesamtsicht
Die koordinierte Erarbeitung von NuPla, KGV und NLEK gewährleistet die konsequente Abstimmung von Siedlung, Verkehr, Freiräumen und Landschaft. Dazu kommen weitere, unverzichtbare Planungsinstrumente und Vertiefungen: das Altstadtreglement Brugg, das Hochhauskonzept, die Entwicklungsstudie Zurzacherstrasse Zielbild 2040+, die Reglemente zum Mehrwertausgleich sowie die umfassende Abstimmung mit den jeweiligen Schulraumplanungen.
Einen hohen Stellenwert nimmt in der Ortsplanungsrevision die im RELB formulierte Innenentwicklungsstrategie ein. Mit entsprechenden Massnahmen wird gewährleistet, dass sich das Wachstum auf das bestehende Siedlungsgebiet konzentriert und die umliegende Landschaft erhalten bleibt. Die qualitätsorientierte Verdichtungsstrategie wird umgesetzt mit auf die Quartiere abgestimmten Massnahmen. Damit entspricht die Ortsplanungsrevision den Vorgaben des geänderten Bundesgesetzes über die Raumplanung (RPG) und des kantonalen Richtplans, die eine konsequente, hochwertige Entwicklung nach innen fordern.

Zeitlicher Rahmen und Kommunikation
KGV und NLEK sind seit 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt. Im Herbst 2018 ist der Beschluss der NuPla durch den Einwohnerrat Windisch, Anfang 2019 die Behandlung durch den Einwohnerrat Brugg geplant. Anschliessend werden die Nutzungsplanungen dem Kanton zur Genehmigung eingereicht. Mit einer aktiven und offenen Kommunikation werden Visionen und Meilensteine während des ganzen Prozesses thematisiert – in der Öffentlichkeit, in der Politik und in den Medien.